Ein Roman mit Adolf Eichmann erscheint auf den ersten Blick als eine heikle Angelegenheit. In Mischa Sebba werden wir dem jungen Eichmann gewahr, der im Kontrast zu seinem titelgebenden Jugendfreund steht – eine eigenwillige Freundschaft, deren Kern nur schwach leuchtet. Von Linz nach New York und wieder nach Linz zurück: Die örtliche Veränderung kennzeichnet die Etappen des Romans, in der Vergangenheit beleuchtet wird und diese in der Gegenwart noch heute wieder auftaucht.
Schlagwort: Bibliothek der Provinz
Ins Ungewisse hinein fragen – Hans Eichhorn: Ungeboren
Hans Eichhorn konnte sein vorletztes Buch selbst noch einmal in der Hand halten, ehe er mit nur 64 Jahren am 29. Februar 2020 (demselben Tag wie Alfred Kolleritsch, ein langjähriger Freund Eichhorns und der Begründer der Zeitschrift Manuskripte, für die Eichhorn gelegentlich geschrieben hat) starb. ‚Ungeboren‘ wirkt mit Blick auf den frühen Tod des Autors wie eine vorausschauende Ahnung, die sich dem Ungewissen in bekennender Unwissenheit gegenüberstellt. Ein wundervolles Prosastück für das eigenste Sein.


