Des Hamsters Kern – Joachim Meyerhoff: Hamster im hinteren Stromgebiet

In Zeiten nicht enden wollender, im eigenen Sumpf vor sich hindümpelnder TV-Serien sind es viele böse Vorurteile, die der Lektüre eines „fünften Teils“ vorausgehen. Es hat den Beigeschmack einer weiteren Zugabe, wenn einem längst schon die Hände vom Applaudieren schmerzen. Glücklicherweise ist Meyerhoffs neuer Roman ‚Hamster im hinteren Stromgebiet‘ mehr als ein bloßes Anknüpfen an bisherige Erfolgsrezepte, und darüber hinaus hochunterhaltsam.

In den Augen der Andern – Andreas Heidtmann: Wie wir uns lange Zeit nicht küssten, als ABBA berühmt wurde

‚Wie wir uns lange Zeit nicht küssten, als ABBA berühmt wurde‘ ist keine literarische Revolution. Es ist jedoch das gelungene Porträt eines Jugendlichen und zugleich einer Generation. Feinsinnig und einfühlsam zeichnet Andreas Heidtmann das mitreißende Bild eines Lebensabschnittes, der verwirrender nicht sein könnte und dementsprechend eine unerschöpfliche Quelle literarischer Biografiearbeit darstellt.

Eine schrecklich banale Familiengeschichte – Katharina Geiser: Unter offenem Himmel

Bücher haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Menschen, die man auf Partys trifft. Mit so manchem findet man sich sofort auf Augenhöhe wieder. Man bemerkt gar nicht, wie ein Abend, wie eine ganze Nacht vergeht, und bedauert es zutiefst, wenn die Zeit des Abschieds gekommen ist. Und dann gibt es jene, denen man lieber aus dem Weg gegangen wäre, weil sie einen sonst mit einem unendlichen Strang pointenloser Anekdoten für den Rest des Abends okkupieren, wenn es nicht gelingt, sich zum rechten Zeitpunkt höflich aus dem Gespräch zurückzuziehen. Leider fällt das hier besprochene Buch in die letztere Kategorie.