Sie will doch nur spötteln – Lisa Eckhart: Omama

Lisa Eckhart war in der jüngsten Zeit Gegenstand hitziger Debatten darüber, wo die ethischen Grenzen der Satire zu ziehen sind. Einmal mehr stehen sich dabei die Befürworter uneingeschränkter Kunstfreiheit und die Streiter für identitätspolitische Sensibilität offenbar unversöhnlich gegenüber. Unwohl wird einem, wenn die öffentlichen Diskussionen zu Einschränkungen des Wirkens der Beteiligten führen. In diesen emotional aufgeladenen und moralisch hochsensiblen Zeiten verschwimmen die Grenzen zwischen Kunst als zuspitzendem Reflexionsmedium der Gesellschaft und dem wirklichen Leben zunehmend. Die eigene Befindlichkeit vieler Rezipienten oder deren Betroffenheit gegenüber anderen sozialen Gruppen wiegt schwerer als die Beachtung von Genrekonventionen. Nun hat Eckhart ihr – gewiss oft derbes – Kabarett erstmals in einen Roman gepackt. Muss man sich angegriffen fühlen? Und kann Kabarett in Romanform gelingen?