Vom Suchen und Finden der Liebe – Martin Mosebach: Krass

Der Respekt vor dem Schriftsteller Martin Mosebach ist genauso groß wie der Vorbehalt gegen seinen ästhetischen und politischen Konservativismus. Das zeigt sich in den Kritiken, die bisher zu seinem neuen Roman ‚Krass‘ erschienen sind. Sie changieren zwischen Bewunderung und lässiger Missachtung von dem, was sie als Mosebachs literarische Kabinettstückchen in den Griff zu bekommen versuchen. Die Kritik ist so sehr damit beschäftigt, dem Büchner-Preisträger nicht auf den Leim zu gehen, dass sie das Wichtigste übersieht: ‚Krass‘ ist ein großer Roman über die Liebe.

Interview: Literatur als Einmischung und Eroticum

Hubert Klöpfer arbeitet seit über vierzig Jahren im Literaturbetrieb. Nachdem der traditionsreiche Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer im Sommer 2020 in die Insolvenz gehen musste, hat der Verleger nun für sich und seine Autorinnen und Autoren eine neue Heimat gefunden: Im Stuttgarter Kröner-Verlag ist er zukünftig für die ‚Edition Hubert Klöpfer‘ verantwortlich, die in diesem Frühjahr zum ersten Mal ein Programm mit zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur vorlegt. Mit Aufklappen hat Hubert Klöpfer über das Wagnis des Verlegens, die dafür notwendige Naivität und seine ungebrochene Lust an der Literatur gesprochen.