Grand Hotel Psychoterror – Eugen Ruge: Metropol

„Hast du wirklich geglaubt, es sei unwiederbringlich verschollen? Ich sehe was, was du nicht siehst. Das Spiel hast du mir beigebracht. Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist: deine Kaderakte, Charlotte.“ Einen fulminanteren Auftakt für einen Roman gab es selten. In dieser Adresse an seine verstorbene Großmutter lässt der hier in eigener Sache sprechende Autor Ruge gleich zu Beginn vieles anklingen, was ‚Metropol‘ zu einem so atemberaubenden Buch macht. Es ist ein persönlicher Roman, in dem sich Ruge nach ausführlichem Aktenstudium in die Seele seiner sich über ihre Vergangenheit ausschweigenden Großmutter versetzt hat. Dem Wahnsinn des stalinistischen Terrors kommt der Leser dadurch beklemmend nah.