Der Deutsche Buchpreis wird am 18. Oktober in Frankfurt verliehen. Sechs Romane und noch sechs Tage bis der diesjährige Sieger feststeht. Bei Aufklappen erscheint von heute an jeden Tag die Rezension eines Shortlisttitels.
Monat: Oktober 2021
Schuldgefühle und Trauerbewältigung – Jasmin Schreiber: Der Mauersegler
Eine hektische Flucht durch Vergangenheit und Gegenwart hat Jasmin Schreiber in ihrem Roman Der Mauersegler zu Papier gebracht. Bei den unerwarteten Kurven und Kunststücken, welche die Handlung immer wieder vollführt, ist es nicht ganz leicht, die Übersicht zu behalten. Gelingt es aber, dem Mauersegler zu folgen, setzt die Geschichte ungeahnte Emotionen frei.
Liberealkonservative Predigt aus dem Off – Kristina Schröder: FreiSinnig
Die frühere Bundesfamilienministerin hat ein Buch geschrieben. Es überzeugt weniger durch überraschende Inhalte als vielmehr durch seine pointierte Argumentation. Kein Muss, aber eine schöne Lektüre für politisch Interessierte und alle „Liberalkonservativen“.
Archäologie der ersten Liebe – Peter Stamm: Das Archiv der Gefühle
Mit Peter Stamm ist es ein bisschen so wie mit Udo Jürgens. Wenn man nüchtern auf seine Texte schaut und einzelne Sätze betrachtet, müsste einem wohl manches kitschig erscheinen. Doch weil er seine empfindsamen Figuren in glaubhafte Erzählungen einbettet und sich bei der Beschreibung ihrer Gefühlszustände in Genauigkeit übt, berühren seine Romane und Erzählungen. Das gilt auch für Das Archiv der Gefühle – mit Einschränkungen.




