Christoph Poschenrieder schreibt einen Roman über Gustav Meyrink im Jahr 1918. Wie schon in seinen Vorgängerromanen versucht sich der in München lebende Schriftsteller an einer Montage von Erfundenem und Tatsächlichem. Was damals Trumpf war, geht in dem neuen Buch nicht auf.
Schlagwort: Literatur
„Schon wieder hat jemand den Ball verloren“ – Tonio Schachinger: Nicht wie ihr
Der Held in Schachingers Debütroman ist der siebenundzwanzigjährige Profifussballer Ivo. Er kann mit Freunden über Frauen reden, nicht aber über die Gefühle, die ihn beschäftigen. Nicht über das Gefühl, das Mirna in ihm ausgelöst hat, als er sie kürzlich aus dem bequemen Innern seines Bugatti heraus am Eingang eines Einkaufszentrums stehen sah. Das plötzliche Erscheinen seiner Jugendliebe überschwemmt Ivo mit Gefühlen, die er zuerst einordnen muss. Kommt er mit ihnen zurecht?
Polterabend – Miku Sophie Kühmel: Kintsugi
Im Mittelpunkt von Miku Sophie Kühmels Debütroman Kintsugi stehen vier Menschen: Max und Reik, ein schwules Pärchen, sowie Tonio und Pega, Vater und Tochter. Die vier treffen sich für ein Wochenende in dem Ferienhaus von Max und Reik, sie haben eingeladen. Die Handlung ist geprägt von Wechseln zwischen kürzeren dramatischen Szenen und längeren Ich-Erzählsträngen der einzelnen Protagonisten: zuerst Max, dann Reik, Tonio und abschließend Pega. Für die Autorin hätte das Debüt wohl kaum besser ausfallen können, immerhin hat sie es mit ihrem Roman auf die Shortlist des Deutschen Buchpreis 2019 geschafft. Aber warum eigentlich?
Dieses Dorf ist die Hölle selbst – Karen Köhler: Miroloi
Karen Köhlers erster Roman ist das umstrittenste Buch der Saison. Auf der einen Seite wird es vom Verlag als Spitzentitel des Herbstes beworben, wird Twitter überschwemmt von einer Begeisterungsflut glücklicher Leserinnen, die das feministische Buch der Stunde feiern. Auf der anderen Seite steht die Kritik von Jan Drees, der damit eine literaturkritische Generaldebatte auslöste. Drees hält ‚Miroloi‘ für einen banalen Jugendroman, der das Versagen des vor ihm niederknienden Feuilletons beweise. Beide Seiten haben unrecht.




