L’art pour l’art, oder? – Leander Fischer: Die Forelle

Überraschende und gleichzeitig etwas großspurige Auftritte bezeichnet man für gewöhnlich mit dem Ausdruck „Paukenschlag“. Das würde dem grandiosen, völlig übergeschnappten Debütroman von Leander Fischer jedoch nicht gerecht werden. Zu grazil ist ‚Die Forelle‘ gearbeitet, zu filigran ist das Besteck, mit dem der 1992 im oberösterreichischen Vöcklabruck geborenen Schriftsteller scheinbar nur das Fliegenfischen, in Wahrheit aber die ganze Welt auseinandernimmt. Ein besonderes, aus der Zeit gefallenes Buch.

Die Hölle, das ist die andere – Xaver Bayer: Geschichten mit Marianne

Zu zweit geht alles leichter, sagt der Volksmund. Das ist eine Lüge. Xaver Bayer entwirft in ‚Geschichten mit Marianne‘ ein Panoptikum von Beziehungsmomenten, die allesamt ins Phantastische gesteigert werden und dadurch zu den Urängsten und tiefsten Wünschen von Liebenden vordringen. In zwanzig traum- und albtraumhaften Episoden wirft Bayer Schlaglichter auf die vielfach vertrackte Idee eines Lebens zu zweit. Alle begehren es und doch macht es nichts als Kummer. Es ist die einzige Rettung und gleichzeitig ein nicht enden wollender Sturz in den Abgrund.