Pathos und Ironie – Interview mit Thomas Hettche

Die Insel Hiddensee zu verlassen, ist niemals leicht. Dieses Mal war unser Abschiedsschmerz aber besonders heftig. Wir mussten nämlich just an jenem Donnerstag abreisen, auf den der Freitag folgte, an dem Thomas Hettche im Garten des Hauptmann-Hauses aus seinem jüngsten Roman Herzfaden lesen sollte. Zu schade, dass uns das entgehen würde, dachten wir, als wir am Mittwochmorgen Brötchen holen gingen. Doch welch Glück! Vor dem Inselbäcker saß Thomas Hettche Kaffee trinkend und rauchend und fand sich auch noch sogleich dazu bereit, mit uns über Literatur zu sprechen. Er berichtete uns von seinen literarischen Vorbildern, sprach von Ironie und Pathos und von der Komplexität des Erzählens.

In einem roten Fotoalbum mit ’nem goldenen Knopf – Ulrich Tukur: Der Ursprung der Welt

Nimmt man an, die Geheimnisse der Welt offenbarten sich ganz besonders in der Kunst, dürfte Ulrich Tukur eine besondere Nähe zu ihnen unterstellt werden. Schließlich hat er sich als ein schöpferischer Tausendsassa erwiesen. Er ist nicht nur seit langem ein weithin bekannter und verdienter Schauspieler, sondern unlängst auch ein Vergnügen bereitender Musiker und ein reger Schriftsteller, der die Literaturlandschaft seit den 2000ern mitgestaltet hat. Der Vielkönner Tukur hat das Menschsein umfassend dargestellt, besungen und erzählt, weshalb er bestens gerüstet zu sein scheint, auch die ganz großen Fragen zu stellen: Sein neuer Roman gilt dem Titel nach nichts weniger als dem Ursprung der Welt. Darf man auf tiefere Erkenntnis hoffen?