Kaleidoskop der Sprachbegegnungen – Rita Mielke: Als Humboldt lernte, Hawaiianisch zu sprechen

Rita Mielke ist fasziniert von Sprachkontakten. In liebevoll illustrierten Kurzportraits schildert sie vielgestaltige Sprachbegegnungen vom Frühmittelalter bis in die Gegenwart und die Vielfalt von menschlichen Begegnungen, in denen diese eingebettet sind. Dabei teilt die Autorin charmant und eingängig ihre Neugierde und Leidenschaft für Sprache.

Die Welt als Wille und Vorahnung – Raphaela Edelbauer: DAVE

„Herzlich willkommen zur finalen Tat der Menschheit“ – DAVE lautet der Name einer künstlichen Intelligenz, einer schier „endlosen kognitiven Kraft“, die nach der Vorstellung ihrer Konstrukteure die Menschheit aus ihrem selbst verschuldeten Unheil erlösen wird. In ihrem zweiten Roman lädt   Raphaela Edelbauer zu einer Reise an die Grenzen des Vorstellbaren, weckt Erinnerungen an eine  noch zu erfindende Zukunft und fragt danach, was der Mensch im Besitz technischer Werkzeuge erschaffen kann und sollte.

Komm! Ins Offene, Freund! – Ingeborg Gleichauf: Hannah Arendt und Karl Jaspers

Wie häufig sind gelingende Gespräche? Gespräche, in denen wirklicher Austausch stattfindet, beide Beteiligten etwas gewinnen und nicht bloß Mauern aus längst schon feststehenden Standpunkten aufgetürmt werden? Ein Beispiel für ein lebenslang gelingendes Gespräch hat sich die Biographin und Sachbuchautorin Ingeborg Gleichauf vorgenommen. Ihr Buch weckt Sehnsucht nach echter Freundschaft. 

Der bessere Kandidat – Susanne Gaschke: Robert Habeck

Was wäre, wenn? Diese Frage treibt nicht nur die Union und das „Team Söder“ um, auch bei den Grünen hadern einige mit dem Wahlergebnis. Neben dem historisch schlechtesten Ergebnis der Union gingen die historisch besten, aber enttäuschend schlechten 14,8 Prozentpunkte der Grünen unter. Wäre Habeck nicht doch der bessere Kandidat gewesen? Susanne Gaschke stellt ihrer „politischen” Habeck-Biografie genau diese Frage voran.

„Mehr kann ich nicht“– Dietmar Dath: Cordula killt dich!

Cordula Späth stürzt eines Morgens Ende März 1994 aus dem Fenster und verschwindet. War es Selbstmord? Der Erzähler Dietmar Dath begibt sich auf Spurensuche. Der gleichnamige Autor, Meister der Autofiktion und Kommunist, veröffentlicht die Ergebnisse dieser Suche 1995 als Fünfundzwanzigjähriger im neu gegründeten Verbrecher Verlag. Fünfundzwanzig Jahre später legt derselbe Verlag Daths Debütroman frisch auf. Fünf neue Kapitel ergänzen den Klassiker aus den Neunzigern mit einer selbstironisch-nachdenklichen Spitze.

Täter-Opfer-Umkehr – Sylvia Wage: Grund

Jemanden über Jahre im eigenen Keller zu verstecken, ohne dass es irgendwer bemerkt, haben wohl die meisten für unmöglich gehalten. Bis sie die Geschichte von Natasha Kampusch erfuhren. Dass ein Vater seinen Kindern jemals etwas antuen könnte, werden wohl ebenfalls die meisten für unglaublich halten. Auch wenn es andauernd passiert. Und so schauen sie womöglich auch dann noch weg, wenn es sich in ihrem unmittelbaren Umfeld ereignet. Sylvia Wages Ich-Erzählerin hat so etwas erlebt. Indem sie erzählt, wie sich ihre Heldin gegen ihr Schicksal wehrt, protestiert die Autorin eindrucksvoll gegen die Ungerechtigkeit.

„Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten“ – Faust und die Faszination des Figurentheaters

Höllenfahrt und Auerbachs Keller, Walpurgisnacht und Gretchentragödie – alle großen Szenen aus Goethes Faust überführt Karl Huck in seinem Hiddenseer Faust in die Welt des Figurentheaters. Genauer müsste man sagen: Er führt den Stoff zurück an seinen Ursprungsort. Denn als Puppentheater lernte Goethe die tragische Geschichte um den lebenssüchtigen Gelehrten Faust kennen. Und als Puppentheater entfaltet der Stoff denn auch Dimensionen, die im klassischen Sprechtheater verborgen bleiben. Über eine Theatertradition auf der Insel Hiddensee und den faszinierendsten Faust aller Zeiten.