Befremdliches Schweigen – Hans Joachim Schädlich: Die Villa

Fünfundsiebzig Jahre nach Kriegsende schreibt Hans Joachim Schädlich das Buch ‚Die Villa‘ über das Leben einer vogtländischen Familie im Nationalsozialismus. Man könnte meinen: Das Buch kommt zum richtigen Zeitpunkt; erleben wir doch heute, wie rechtes Gedankengut teils ungehemmt aus diversen gesellschaftlichen Kreisen an die Öffentlichkeit dringt. Da braucht es Bücher, die dem entgegen stehen und laut aufzeigen, wie vermeintlich vergangene Strukturen reproduzierbar sind. Ist ‚Die Villa‘ solch ein Buch?

Das Ende der Diplomatie als Anfang des Erzählens – Nora Bossong: Schutzzone

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Doch wie bekommen wir sie wieder in den Griff? Nora Bossongs Vorschlag: Wir könnten damit anfangen, die ungehörten Geschichten der unterpriviligierten Menschen auf der ganzen Welt anzuhören, denn Vielstimmigkeit ermöglicht Verständigung. Über einen in jeder Hinsicht fordernden und gelungenen Roman.