„Wer sich an die 80er erinnern kann, hat sie nicht erlebt“, erklärte uns Falco. Insofern kann Demian Lienhard, Jahrgang 1987, seine Jugend nicht schaden, wenn er uns hineinnimmt in die Zürcher Drogenszene um den Park Platzspitz und den stillgelegten Bahnhof Letten zwischen dem Ende der 80er und dem Anfang der 90er Jahre. Anschaulich und mitreißend sind denn auch seine Schilderungen aus der Perspektive seiner Heldin Alba, die immer tiefer im Heroinsumpf versinkt. Doch bis das Buch Fahrt aufnimmt, dauert es sehr lange.
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Und dann kommt irgendwann der große Knall – Helene Hegemann: Bungalow
Aus den hässlichsten Grausamkeiten, die man sich vorstellen kann, und den frühreif-zynischen Kommentaren der halbwüchsigen Heldin besteht Helene Hegemanns dritter Roman ‚Bungalow‘. Hegemann ist nah am Sound ihrer Generation. Sie verhandelt die Daseinsschwierigkeiten der Milliennials aus ihrer Sicht und mit ihrer Sprache. Das ist durchaus spannend. Aber der Roman leidet unter seiner Ziellosigkeit.
Bekenntnisse des Strebers Simon S. – Simon Strauß: Sieben Nächte
Worum sorgt sich eigentlich Simon Strauß? In seiner ersten erzählenden Veröffentlichung ‚Sieben Nächte‘ schildert der FAZ-Theaterkritiker die Überlegungen und Erlebnisse eines jungen Mannes, der viel mit ihm selbst zu tun hat. Ob das uns etwas angeht, bleibt fraglich.
Der deutsche Houellebecq – Eckhart Nickel: Hysteria
Eckhart Nickel ist mit seinem Romandebüt ein großer Wurf gelungen. ‚Hysteria‘ glänzt vor allem durch seinen kunstvoll arrangierten Aufbau. Es verblüfft mit immer neuen fürchterlichen Details einer totalitären Zukunft und berührt mit den Widrigkeiten einer Liebe in Zeiten der Ökohysterie.




