Die Welt als Wille und Vorahnung – Raphaela Edelbauer: DAVE

„Herzlich willkommen zur finalen Tat der Menschheit“ – DAVE lautet der Name einer künstlichen Intelligenz, einer schier „endlosen kognitiven Kraft“, die nach der Vorstellung ihrer Konstrukteure die Menschheit aus ihrem selbst verschuldeten Unheil erlösen wird. In ihrem zweiten Roman lädt   Raphaela Edelbauer zu einer Reise an die Grenzen des Vorstellbaren, weckt Erinnerungen an eine  noch zu erfindende Zukunft und fragt danach, was der Mensch im Besitz technischer Werkzeuge erschaffen kann und sollte.

Täter-Opfer-Umkehr – Sylvia Wage: Grund

Jemanden über Jahre im eigenen Keller zu verstecken, ohne dass es irgendwer bemerkt, haben wohl die meisten für unmöglich gehalten. Bis sie die Geschichte von Natasha Kampusch erfuhren. Dass ein Vater seinen Kindern jemals etwas antuen könnte, werden wohl ebenfalls die meisten für unglaublich halten. Auch wenn es andauernd passiert. Und so schauen sie womöglich auch dann noch weg, wenn es sich in ihrem unmittelbaren Umfeld ereignet. Sylvia Wages Ich-Erzählerin hat so etwas erlebt. Indem sie erzählt, wie sich ihre Heldin gegen ihr Schicksal wehrt, protestiert die Autorin eindrucksvoll gegen die Ungerechtigkeit.

Gebrochene Verhältnisse – Khuê Pham: Wo auch immer ihr seid

In ihrem Debütroman verbindet Khuê Pham drei Erzählstränge und Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zu einer einzigen Familiengeschichte. Die fiktionalisierte Annäherung an ihre eigene Familiengeschichte schildert, ohne zu urteilen, vermittelt unmittelbar und schafft durch drei unterschiedliche Perspektiven dreidimensionale Figuren, die auf seltsame und dennoch wunderbare Art und Weise miteinander harmonieren.