Münchner Kulturpolitik und ein vergessener Nobelpreisträger bilden den Stoff für den neuen Roman von Hans Pleschinski. Der Autor setzt damit seine romangewordene Ahnengalerie deutscher Schriftsteller fort. Am Götterbaum ist zwar als Hinführung zu Paul Heyse interessant, erscheint aber letztlich als literarisch dürftiges Elaborat aus einer zur Serie verkommenen Produktlinie.
Monat: August 2021
Das Schlimmste ist, sich beim Lesen wohlzufühlen – Interview mit Klaus Kastberger
Klaus Kastberger besetzt eine der eigenartigsten und vielseitigsten Positionen im deutschsprachigen Literaturbetrieb. Als Professor an der Uni Graz rückt er der Literatur der Gegenwart mit wissenschaftlichem Besteck zu Leibe, als Leiter des dortigen Literaturhauses bemüht er sich um Literaturvermittlung, und beim Bachmannpreis schlüpft er in die Rolle des Literaturkritikers. Warum diese Verbindung ideal ist, was die Grazer Literatur so abgedreht macht und warum er sich beim Lesen niemals wohlfühlen mag, hat uns der Erfinder der Literaturshow Roboter mit Senf im Interview erzählt.
„Der ewig böse Deutsche“– Maxim Biller: Der falsche Gruß
Maxim Biller liefert in hoher Kadenz Romane, Erzählungen, Essays, Kolumnen und Miszellen. Seine Werke befassen sich mit der einzigen Sache, die in der Literatur nichts verloren hat: der Wahrheit, der einen Wahrheit, und der Suche nach ihr. Heute gesucht: Die Wahrheit über den konservativen Deutschen, der sich mal rassistisch, mal frauenfeindlich, mal antisemitisch äußert, im Grunde aber gut sein will.
„Die Einladung kling perfekt“– Max Küng: Fremde Freunde
Ein Plan, drei Familien und ein Ferienhaus bilden die Kulisse für den vermeintlich perfekten Urlaub. Wären da nicht die Ansprüche, den Urlaub perfekt zu gestalten, wäre da nicht das Absturzpotential, das Max Küng in seinem Roman Fremde Freunde vollends auskostet, so groß, dann aber wäre wohl auch der Roman weniger außergewöhnlich.
Schluss mit Stuckrad-Barre – Interview mit Miriam Zeh
Literaturkritik ist nicht in der Krise, sie entwickelt sich bloß weiter, meint die Kritikerin Miriam Zeh. In Zukunft müsse es darum gehen, den Bedürfnissen einer sich pluralisierenden Gesellschaft entgegen zu kommen. In welchen Medien, mit welcher Sprache und mit welchen Büchern es klappen könnte, erzählt sie im Interview mit Aufklappen.
Requiem für einen alten weißen Mann – Johanna Adorján: Ciao
Seine Zeit läuft ab. Zu alt, zu weiß zu männlich kommt das Feuilleton vielen Zeitgenossen vor. Mit welchen Mitteln der Machtwechsel herbeigeführt werden könnte, lässt sich in dem neuen Roman von Johanna Adorján lesen. Erst wird es schmutzig, dann wird einiges besser, aber manches wird für immer verloren sein.
Interview: Dürfen Frauen über Männer schreiben?
Ein warmer Juliabend in Freiburg. Daniela Engist liest aus ihrem zweiten Roman Lichte Horizonte. Die Buchhandlung zum Wetzstein hat zur Veranstaltung eingeladen, Susanne Bader, Geschäftsführerin der Buchhandlung, und Pascal Mathéus stellen der Schriftstellerin zwischen den Leseblöcken ein paar schwierige Fragen.






