Es gibt keinen unbesiegbaren Gegner – Verena Güntner: Power

In letzter Zeit erwecken starke weibliche Charaktere an der Schwelle zum Erwachsenenalter immer wieder die Aufmerksamkeit der Literaturkritik. Doch keine junge Frau taugt so gut zum Vorbild wie Verena Güntners Heldin Kerze. Mit dieser literarischen Figur erhalten Kinder endlich eine mächtige, zeitgemäße Fürsprecherin. Die Generation Alpha darf aufatmen.

Ein lauwarmer Schrei nach Liebe – Leif Randt: Allegro Pastell

‚Allegro Pastell‘ ist ein merkwürdiges Buch. Obwohl es weder sprachlich noch inhaltlich Außergewöhnliches bietet, hat es in der Literaturkritik heftigste Erregungen ausgelöst. Ijoma Mangold nennt es in der ZEIT „definitiv eines der wichtigsten Bücher der deutschen Gegenwartsliteratur“ und stellt gar in Aussicht, „eine neue Jugendbewegung“ könne daraus entstehen. Andere Kritiker fühlen sich so sehr von den Figuren der Randtschen Welt provoziert, dass sie ihnen an den Hals wünschen, es mit „Problemen zu tun [zu] bekommen, die nicht alle unmittelbar nur etwas mit ihrer eigenen Empfindsamkeit zu tun haben“. Woher kommt diese Erregung? Was macht diesen Roman so atemberaubend gut – und so verdammt traurig?

Wilder Osten – Fremder Westen – Lutz Seiler: Stern 111

Lutz Seiler musste dieses Buch schreiben. In der DLF-Kultur-Vorstellungsrunde mit den fünf Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse gab er an, dass der nun vorliegende Roman der letzte gewesen sein soll, bevor er zu seinem eigentlichen Metier – seinem „Heimathafen“ –, den Gedichten zurückkehren könne. Was bedeutet es aber, ein Buch schreiben zu müssen? Und welche Rolle spielt diese Not für die Leser eines solchen Romans? Ist das nur literarische Pose oder ein Geheimnis guter Literatur?