Vom Suchen und Finden der Liebe – Martin Mosebach: Krass

Der Respekt vor dem Schriftsteller Martin Mosebach ist genauso groß wie der Vorbehalt gegen seinen ästhetischen und politischen Konservativismus. Das zeigt sich in den Kritiken, die bisher zu seinem neuen Roman ‚Krass‘ erschienen sind. Sie changieren zwischen Bewunderung und lässiger Missachtung von dem, was sie als Mosebachs literarische Kabinettstückchen in den Griff zu bekommen versuchen. Die Kritik ist so sehr damit beschäftigt, dem Büchner-Preisträger nicht auf den Leim zu gehen, dass sie das Wichtigste übersieht: ‚Krass‘ ist ein großer Roman über die Liebe.

Erinnerungsauslösendes Moment – Daniela Engist: Lichte Horizonte

Die Begegnung von Schriftstellerin Anne mit Stéphane, einem französischen Chansonnier, ist für Anne das erinnerungsauslösende Moment, das Daniela Engist zum Ausgangspunkt ihres neuen Romans ‚Lichte Horizonte‘ macht. Darin beschreibt die Autorin nicht nur, was mit Erinnerungen passieren kann, sie geht weiter und schreibt darüber, wie dadurch Geschichten entstehen und wieviel von der Autorin in diesen zu finden ist.

Die Hölle, das ist die andere – Xaver Bayer: Geschichten mit Marianne

Zu zweit geht alles leichter, sagt der Volksmund. Das ist eine Lüge. Xaver Bayer entwirft in ‚Geschichten mit Marianne‘ ein Panoptikum von Beziehungsmomenten, die allesamt ins Phantastische gesteigert werden und dadurch zu den Urängsten und tiefsten Wünschen von Liebenden vordringen. In zwanzig traum- und albtraumhaften Episoden wirft Bayer Schlaglichter auf die vielfach vertrackte Idee eines Lebens zu zweit. Alle begehren es und doch macht es nichts als Kummer. Es ist die einzige Rettung und gleichzeitig ein nicht enden wollender Sturz in den Abgrund.