Autorität und Gespür – Interview mit Stefan Gmünder

Stefan Gmünder lebt seit vielen Jahren in Wien und arbeitet dort als Literaturkritiker. In diesem Jahr wurde er mit dem österreichischen Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet. Der zeitgenössischen Literaturkritik fehle es vor allem an Vertrauen, findet Gmünder. Vertrauen von Redaktionen und Vertrauen in die Kraft der Literatur. Im Interview mit Aufklappen erzählt er, was Literatur und Fußball gemeinsam haben und von dem größten Lob, dass er je für seine Arbeit bekommen hat.

Kritik der Kritik der Kritik – Gespräche zur Rettung der Literaturkritik

Stirbt die Literaturkritik? Gehören die gegenwärtigen Klagen über den Zustand der Kritik bloß zu jenen Nebengeräuschen, die der Betrieb immer produziert hat? Oder muss sich wirklich etwas ändern, damit die Literaturkritik bestehen kann? Brauchen wir sie eigentlich überhaupt? Dieses und mehr untersucht Aufklappen in diesem Sommer in einer Reihe von Interviews mit Literaturkritikerinnen und -kritikern.

Osterspaziergang – Jakob Nolte: Kurzes Buch über Tobias

Den Drang etwas Eigenes und Neues zu schaffen, den merkt man dem neuesten Roman von Jakob Nolte an. Der Autor experimentiert mit unterschiedlichen literarischen Formen, wehrt sich dabei gegen kanonische Bildung und treibt dabei seinen Text in einen Strudel milchiger Inhalte. Kurzes Buch über Tobias zeigt einen Ausschnitt aus dem noch jungen Leben seines Protagonisten Tobias, der mit Vielem zu kämpfen hat, und dessen Weg zu einem verqueren Bildungsroman führt.

„Menschgemansche“ – Olga Flor: Morituri

Über die Todgeweihten schreibt Olga Flor in ihrem heute erscheinenden Roman. Dabei begibt sich die Autorin nicht in die Antike, sondern bleibt im gegenwärtigen Österreich irgendwo auf dem Land in einem Dorf, neben dem ein Moor liegt. Im Zentrum der Geschichte steht der stadtflüchtige Maximilian, der sich auch nicht ganz so sicher ist, ob das Landleben ihn in seiner Einsamkeit nun glücklicher macht. Um ihn herum gruppiert sich eine Reihe von Dorfpersönlichkeiten. In ‚Morituri‘ webt Olga Flor die unterschiedlichen Figuren in einen Dorfalltag zusammen. Sie eint, dass sie alle unwissend ihrem Ende entgegenlaufen.

Interview: Katholische Radfahrer und Trennlinien im Zickzack

Prof. Dr. Michael Braun leitet das Literatur-Referat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Auch im Corona-Lockdown setzt sein Referat die Zusammenarbeit mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern fort. Mit Pascal Mathéus hat er über die Literaturförderung der politischen Stiftungen, linke und rechte Ästhetiken und die Rolle der Literatur bei der Formung einer zeitgemäßen deutschen Identität gesprochen.

Im Widerhall – Iris Hanika: Echos Kammern

Im Zentrum von Iris Hanikas ‚Echos Kammern‘ stehen Sophonisbe, Roxana und Josh, die durch Zufall zueinanderfinden. Mit dieser Konstellation entwirft die Autorin in ihrem jüngsten Roman die Geschichte von Echo und Narziss neu; sie überführt die ovid’sche Erzählung in einen modernen Kontext und erprobt dabei verschiedene Textformen. Vieles gelingt ihr so gut, dass der Roman insgesamt mehr ist als ein gelungenes Experiment.