Literaturkritik ist nicht in der Krise, sie entwickelt sich bloß weiter, meint die Kritikerin Miriam Zeh. In Zukunft müsse es darum gehen, den Bedürfnissen einer sich pluralisierenden Gesellschaft entgegen zu kommen. In welchen Medien, mit welcher Sprache und mit welchen Büchern es klappen könnte, erzählt sie im Interview mit Aufklappen.
Autor: Pascal
Requiem für einen alten weißen Mann – Johanna Adorján: Ciao
Seine Zeit läuft ab. Zu alt, zu weiß zu männlich kommt das Feuilleton vielen Zeitgenossen vor. Mit welchen Mitteln der Machtwechsel herbeigeführt werden könnte, lässt sich in dem neuen Roman von Johanna Adorján lesen. Erst wird es schmutzig, dann wird einiges besser, aber manches wird für immer verloren sein.
Interview: Dürfen Frauen über Männer schreiben?
Ein warmer Juliabend in Freiburg. Daniela Engist liest aus ihrem zweiten Roman Lichte Horizonte. Die Buchhandlung zum Wetzstein hat zur Veranstaltung eingeladen, Susanne Bader, Geschäftsführerin der Buchhandlung, und Pascal Mathéus stellen der Schriftstellerin zwischen den Leseblöcken ein paar schwierige Fragen.
Autorität und Gespür – Interview mit Stefan Gmünder
Stefan Gmünder lebt seit vielen Jahren in Wien und arbeitet dort als Literaturkritiker. In diesem Jahr wurde er mit dem österreichischen Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet. Der zeitgenössischen Literaturkritik fehle es vor allem an Vertrauen, findet Gmünder. Vertrauen von Redaktionen und Vertrauen in die Kraft der Literatur. Im Interview mit Aufklappen erzählt er, was Literatur und Fußball gemeinsam haben und von dem größten Lob, dass er je für seine Arbeit bekommen hat.
Kritik der Kritik der Kritik – Gespräche zur Rettung der Literaturkritik
Stirbt die Literaturkritik? Gehören die gegenwärtigen Klagen über den Zustand der Kritik bloß zu jenen Nebengeräuschen, die der Betrieb immer produziert hat? Oder muss sich wirklich etwas ändern, damit die Literaturkritik bestehen kann? Brauchen wir sie eigentlich überhaupt? Dieses und mehr untersucht Aufklappen in diesem Sommer in einer Reihe von Interviews mit Literaturkritikerinnen und -kritikern.
Braucht das Lesen einen Ort? – Literatur und Buchhandel im digitalen Raum
Die Literatur und das Lesen verändern sich im digitalen Zeitalter. Einen weiteren Schub haben diese Entwicklungen durch die Corona-Pandemie erfahren. Dank Online-Lesungen und Internethandel ist die Literatur zunehmend weniger auf reale Orte angewiesen. Was ändert sich dadurch? Eine Annäherung über die Literatur dieses Frühjahrs.
Der Reise-Vertreter – Eckhart Nickel: Von unterwegs
Zur rechten Zeit das rechte Buch: Eckhart Nickels Reisereportagen und Beobachtungsskizzen liefern uns eine Weltfülle ins Home Office, die dringend benötigt wird. Nach dem Lesen dieser stilistisch perfekten Texte zieht es einen jedoch nicht sofort in den Flieger. Vielmehr wünscht man sich noch mehr Reiseliteratur dieser Qualität herbei.
Entwurzelt – Judith Hermann: Daheim
Braucht man Wurzeln, um fest im Leben zu stehen und die Verhältnisse nach seinen Wünschen gestalten zu können? Dieser Frage geht Judith Hermann in ihrem neuen Buch nach. Lassen sich auch im fortgeschrittenen Alter noch Wurzeln schlagen oder ist ein selbstbestimmtes Leben ohnehin eine niemals einlösbare Utopie?
Vom Suchen und Finden der Liebe – Martin Mosebach: Krass
Der Respekt vor dem Schriftsteller Martin Mosebach ist genauso groß wie der Vorbehalt gegen seinen ästhetischen und politischen Konservativismus. Das zeigt sich in den Kritiken, die bisher zu seinem neuen Roman ‚Krass‘ erschienen sind. Sie changieren zwischen Bewunderung und lässiger Missachtung von dem, was sie als Mosebachs literarische Kabinettstückchen in den Griff zu bekommen versuchen. Die Kritik ist so sehr damit beschäftigt, dem Büchner-Preisträger nicht auf den Leim zu gehen, dass sie das Wichtigste übersieht: ‚Krass‘ ist ein großer Roman über die Liebe.
Jugendstil – Benedict Wells: Hard Land
Der neue Coming-of-Age-Roman von Benedict Wells um vier High School Kids aus einer Kleinstadt in Missouri ist derart mit Klischees und Peinlichkeiten vollgestopft, dass man eigentlich schon nach wenigen Seiten genug davon hat. Doch dann liest man weiter und kann nur noch staunen. Denn hier sitzt jedes Klischee, jede Peinlichkeit ist genau an die richtige Stelle gesetzt. Selten gab es einen Roman über das Erwachsenwerden mit glaubwürdigeren und lebendigeren Figuren.









